Gefahrgutzug

  • gefahrgut
Der Gefahrgutzug der Feuerwehr Salach

Zuständig für die Sicherheit aller Bürger im Landkreis Göppingen

Wie alles begann...  

In den 80er Jahren richteten die Landkreise Baden-Württembergs Gefahrgutzüge ein. Für den Landkreis Göppingen fiel 1985 bei der Wahl des Standortes das Votum auf die Freiwillige Feuerwehr in Salach. Gefahrgutzüge sind speziell ausgebildete und mit entsprechenden Sonderfahrzeugen ausgestattete Abteilungen der Feuerwehren, welche immer dann zum Einsatz kommen, wenn innerhalb des Landkreises Schadensereignisse eintreten, bei denen gefährliche Stoffe und Güter frei werden und diese eine Bedrohung für Lebewesen oder die Umwelt darstellen.

 

Die Aufgaben und die Helfer

 

  • tn_img_0509

Als Beispiele seien Chemikalien wie Säuren oder Laugen genannt, Schwermetalle wie z.B. Quecksilber, giftige Dämpfe, häufig Chlorgas, jedoch auch nur vermeintlich simpler Brandrauch, der im Kunststoffzeitalter zu einem Sammelsurium giftigster Gase wie etwa Blausäuredämpfe und dergleichen geworden ist. Das Einsatzgebiet dieser Sondereinheit ist der gesamte Landkreis und sie wird immer dann unterstützend tätig, wenn das Fachwissen und die vorhandenen Mittel der örtlichen Feuerwehr nicht mehr zur Lösung der gestellten Aufgabe ausreichen. Beispiele sind die Rettung und Bergung von Personen aus Bereichen, die mit Gefahrstoffen gefährdet oder kontaminiert sind, Begrenzung des Schadensausmaßes durch Verhinderung einer  weiteren Ausbreitung sowie die Beseitigung, Aufnahme und Neutralisation von Gefahrstoffen. Ein weiteres, sehr wichtiges Teilgebiet ist das Analysieren von Stoffen, Bewerten und Einschätzen von Gefahren und deren Auswirkungen.

  • tn_dsc04161
Umfangreiche Messungen, ein großes Fachwissen und praktische Erfahrung im Bereich der Chemie sind hierzu unerlässlich. Deshalb gehören dieser Einsatztruppe neben einem fachlich gut geschulten und in der Praxis bewährten Personenkreis an Feuerwehrleuten, mit einer derzeitigen Stärke von rund 30 Mann, zusätzlich noch so genannte Fachberater an. Diese "nicht Feuerwehrleute" aus umliegenden Fachbetrieben, studierte, zum Teil auch promovierte Chemiker, unschätzbar wichtige Helfer und Problemlöser mit ihrem Wissensschatz auf dem großen Betätigungsfeld der Lehre von den Stoffen und ihren Eigenschaften. In den Anfängen und über viele Jahre hinweg entstand eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Firma Weber Umwelttechnik in Salach, eine optimale Konstellation, auch was die Entsorgungsfrage anbelangte und mit ein Grund für die damalige Stationierung in Salach. Nach dem Wegfall der Firma Weber 1997 war eine Neuorientierung erforderlich.
  • tn_dsc00886
Neue und verlässliche Partner des Fachberaterdienstes fanden wir in der Firma Zeller & Gmelin in Eislingen, einer Firma, welche die Wichtigkeit des Brandschutzes erkannt hat und selbst eine Werkfeuerwehr unterhält.
Die Einschätzung und Bewertung von Gefahrstoffen ist eine schwierige Aufgabe, der örtliche Leiter im Einsatz ist hier meist überfordert, oftmals hinzu kommt die Scheu vor der Alarmierung des Gefahrgutzuges. Mit der Einführung einer neuen Alarmierung im Dezember 1999 wurde diese Schwachstelle beseitigt. Entsprechend des Alarmstichwortes rückt je nach Bedarf der Zug in verschiedenen Stufen automatisch aus. Die kleinste zum Einsatz kommende Einheit ist ein einzelner Fachberater, der den Kommandanten vor Ort berät und steigert sich über vier Stufen hin zum Volleinsatz der gesamten Einheit mit Unterstützung weiterer Sonderfahrzeuge aus umliegenden Städten und Gemeinden. Vorteile ergeben sich in der schnellen und sicheren Alarmierung, der fachkundigen Einschätzung und der angepassten Aufwände an Personal und letztlich auf der Kostenseite.

 

Der Fuhrpark

    

  • tn_elw1

In Salach sind verschiedene Fahrzeuge der Sondereinheit stationiert. Kernstück zur Bewältigung des mannigfaltigen Einsatzspektrums ist der Gerätewagen Gefahrgut. Dieses im Jahr 1985 beschaffte Fahrzeug wurde 1997 bezüglich Pumpensystem, Energieversorgung, Schutzkleidung und Messtechnik modernisiert und an den aktuellen Stand der Technik angepasst. Seine Beladung beinhaltet unter anderem verschiedene Stufen von Schutzkleidungen zur Sicherung des eingesetzten Personals sowie verschiedene Pumpen- und Schlauchsysteme aus Säure beständigen Materialien.

Die Stromversorgung aller Aggregate erfolgt in explosionsgeschützter Ausführung und die Geräte sind aus nicht Funken reißenden Materialien hergestellt. Neben einer Vielzahl an Werkzeugen, Hilfsmittel zur Abdichtung, Behältern zur Aufnahme von Stoffen, sind auch verschiedene Mess- und Nachweisgeräte mit an Bord.

Im Oktober 1999 erhielt die Wehr ein weiteres Fahrzeug, welches vom Bund unterhalten wird und auch im Katastrophenfalle zum Einsatz kommt. Es dient vornehmlich der Reinigung, der Fachausdruck heißt Dekontamination, von Personen, welche mit Giftstoffen in Berührung gekommen sind oder die durch atomare Strahlung verseucht wurden. Zur Beladung gehören Duschen, beheizbare Zelte, eine Stromversorgung und Durchlauferhitzer zur Gewinnung von warmem Wasser. Abgerundet wird das Gefahrgut-Ensemble durch den in 2004 beschafften ELW1 der Feuerwehr Salach. Mit diesem Fahrzeug werden die administrativen Aufgaben im Gefahrguteinsatz bewältigt. Ob Erfassung der Schadenslage, Ausarbeitung von Lösungskonzepten, eine Stoff-Identifikation oder die umfangreiche Einsatzdokumentation - zeitgemäße Kommunikationsmedien und eine umfangreiche Einsatzliteratur bilden die Grundlage hierfür. In den mehr als zwei Jahrzehnten Gefahrgutzug Salach und dem aus zahlreichen Einsätzen und Trainingseinheiten erlangten Know-How ist die Feuerwehr Salach rund um den Gefahrguteinsatz zu einem kompetenten Partner gereift.

 

 

Kontakt zu Ihrer Feuerwehr

So erreichen Sie uns:

Feuerwehr Salach
Weberstraße 22
73084 Salach

Telefon: 07162.5959
Fax: 07162.969424
E-Mail: kontakt@feuerwehr-salach.de

 

Gemeinde Salach

Die Gemeinde Salach liegt im Herzen des Filstals und zu Füßen der drei Kaiserberge. Auf insgesamt 8,32 km² ist die Feuerwehr Salach für die Sicherheit von knapp 8.000 Einwohnern zuständig. Besondere Merkmale in Salach sind die Burg Staufeneck, welche ein Sterne Restaurant und Hotel beherbergt, die zahlreichen außenliegenden Gehöfe, die Industrieruinen der Wollindustrie, sowie der Weiler Bärenbach. Mit dem Gefahrgutzug und der Führungsgruppe engagiert sich die Salacher Wehr auch für die Sicherheit der ca. 250.000 Einwohner des gesamten Landkreises Göppingen.